Ein Ding, sagt der Duden, ist ein nicht näher bezeichneter Gegenstand oder eine nicht näher bezeichnete Sache. Die Philosophie geht da ein wenig weiter, wenn sie ein Ding als etwas definiert, das in einer – wie auch immer – wahrnehmbaren Form existiert und dank dieser Existenz Gegenstand von Erkenntnis sein kann. Wie auch die Dinge, die Hans Schneider gesammelt hat. Das sind Gegenstände, die durchaus näher bezeichnet werden (und zwar von uns) und durch ihre Existenz auch zu Kenntnis und Er-Kenntnis beitragen können. Gleichzeitig sind sie Zeitzeugen: Träger von Geschichte, weil sie alle einmal einem Menschen gehört haben, der mit ihnen umgegangen ist. Sie tragen die Spuren dieser Nutzung und erzählen davon. 

Viele tausend solcher „Erinnerungen in materialisierter Form“ hat Hans Schneider zusammengetragen. Sie wurden ihm von den Besitzern oder deren Erben vertrauensvoll übergeben, damit er sie in Ehren halten und ihre Geschichte bewahren würde. Und natürlich auch, damit er sie all jenen zugänglich macht, die daran Interesse zeigen.

Stellt sich die Frage: Wie schafft man einen gelungenen Zugang zu materialisierter Geschichte? In Museen stellt man die Objekte auf Sockeln aus oder sperrt sie in Vitrinen. Doch auf diese Weise könnten wir nur einen verschwindend kleinen Teil der Sammlung zeigen und ihrer Fülle und Vielfalt bei Weitem nicht gerecht werden. 

Wir besannen uns … auf die Geschichte, wie es beim Neuen Geschichtsboden naheliegend ist. Und erinnerten uns, dass Heimatforscher Hans Schneider im ersten und ursprünglichen Geschichtsboden dem Platzmangel ein Schnäppchen schlug, indem er viele Dinge einfach mit Kälberstricken ins Gebälk des Dachbodens hängte. Pfiffig und elegant zugleich!

Und so entschieden wir uns, im Neuen Geschichtsboden dem ursprünglichen Geschichtsboden eine Reverenz zu erweisen, indem wir für seine Gestalt eine neue, zeitgenössische Form fanden: Wir könnten viele der gesammelten Objekte auch im Neuen Geschichtsboden in die Höhe hängen, doch nicht einzeln, sondern zu einer Art von ‚Cloud‘  – in analoger Form verbunden! Wenn es der IT gelingt, mit der Cloud einen allgemein zugänglichen Wissensspeicher zu schaffen, können auch wir auf diese Weise ein visualisiertes Gedächtnis abbilden. Nur schöner – aber das versteht sich von selbst.

Diese Cloud stellten wir uns in ihrer Struktur unregelmäßig und ausufernd vor – wie unser Gedächtnis, in dem die Erinnerungen ja auch nicht fein säuberlich in Schubladen geräumt aufbewahrt werden. Und amorph sollte sie sein, keiner Form gehorchend und keiner Gestalt verpflichtet. Wir erinnerten uns wieder, diesmal an den Physik- und Chemieunterricht: Unter amorphem Material versteht man einen Stoff, bei dem die Atome keine geordneten Strukturen, sondern ein unregelmäßiges Muster ausbilden. Dieses Bild fanden wir wie geschaffen für die unendlichen Weiten unserer Sammlung! 

Und so wird der Neue Geschichtsboden überwölbt von einer Cloud, die aus einem Geflecht besteht, in das viele hundert Stücke aus der Sammlung des Geschichtsboden eingewoben sind. Mit dieser Cloud wiederum haben wir die analoge mit der digitalen Welt verwoben, damit sie der Betrachter Objekt um Objekt für sich erschließen kann: Er streift mit einem Tablet über die Dinge und erhält – zufällig oder gezielt – Information dazu in Form von Text, Film oder Soundfile. Ebenfalls pfiffig und elegant, wie wir finden. 

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