Der Neue Geschichtsboden
Raum für Heimat, Identität, Geschichte und Baukultur.

Heimat ist mehr als ein Ort. Der Begriff steht für Wurzeln, für Verbundenheit und gemeinsam gelebte Vergangenheit, gemeinsam gestaltete Kultur. Heimat prägt unsere Identität ganz entscheidend. In einer Welt, die täglich kleiner zu werden scheint, schaffen wir Werte, indem wir unserer Heimat und unserer Geschichte neue Wertschätzung entgegenbringen – denn Regionalgeschichte ist immer auch Universalgeschichte.

Der Neue Geschichtsboden hat es sich zur Aufgabe gemacht, all dem, was Heimat ausmacht, einen Raum zu geben: Raum zur anschaulichen Abbildung von Geschichte, der für Bewahrung, Präsentation und Forschung genutzt werden kann; aber auch Raum, sich selbst als Teil dieser Geschichte zu erfahren und ihre Darstellung aktiv mitzugestalten.

Die Kastulus-Bader-Stiftung ermöglicht es als Träger, den Neuen Geschichtsboden zu einem lebendigen Ort der Welterfahrung zu machen.

Herzstück des Neuen Geschichtsboden bilden Archiv und Sammlungen des Heimatforschers Hans Schneider, der das Leben seiner Region in ungeheurer Tiefe dokumentiert hat. Über Jahrzehnte hinweg hat er sorgfältig zusammengetragen, was sonst allzu leicht dem Vergessen anheimgefallen wäre.

Wer die Geschichte der Heimat kennt, versteht die Entwicklungen und Phänomene, die unser Leben in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bestimmt haben und bestimmen werden. Deshalb ist der Neue Geschichtsboden auch – aber nicht nur – Archiv, Museum, Bibliothek und Werkstatt zugleich. Er ist ein offener Raum, in dem kulturelle Identität erfahrbar gemacht wird.

Als Speicher von Wissen und Geschichten wächst er durch das kollektive Zusammentragen individueller Teile und Teilchen ständig weiter. 

Wie die Region, in der er gründet, und die Menschen, die ihn mit ihren Lebensgeschichten mitgestalten, ist er ‚work in progress‘: dynamisch, lebendig und niemals ‚abgeschlossen‘.

Die schier unerschöpfliche Fülle des von Hans Schneider gesammelten Wissens ist virtuell und analog im ‚Wissensspeicher‘ erfahrbar, der in einzigartiger Weise mit Filmen, Podcasts, Geschichten und Dokumenten Einblicke in oft unbekannte Aspekte unserer Heimat eröffnet. 

In der Dauerausstellung erzählen in den ‚Schlaglichtern‘ einige wenige herausragende Objekte exemplarisch ihre Geschichten. Jedes einzelne von ihnen gibt Zeugnis vom Leben der Menschen in ihrer Zeit. 

Ein Geflecht – oder besser: eine Cloud – von nahezu tausend Ausstellungsstücken aus der Sammlung des Geschichtsbodens repräsentiert im Kontrast dazu dessen unendliche Vielfalt. Diese ‚Sammlungs-Cloud‘ überwölbt wie ein visualisiertes Gedächtnis den gesamten Raum.

Der ‚Geschichtsboden außer Haus‘ greift ausgehend vom Standort Vatersdorf in die Region aus: Sukzessive werden an markanten, aber auch an ‚vergessenen‘ Orten Informationsplattformen entstehen.

Sonderausstellungen und Projekte kreisen im Sinne einer ‚Werkstatt für den ländlichen Raum‘ um Themen wie Heimat, Identität, Geschichte, Landschaft, Baukultur und Regionalentwicklung in ihrer ganzen lebendigen Vielfalt.

Die Rubrik ‚Mitmachen‘ ist für den Neuen Geschichtsboden als Werkstatt besonders wichtig. In einer Werkstatt tragen viele unterschiedliche Menschen zum Gelingen einer Sache bei.

Denn Geschichte wird von Menschen gemacht.
Die Geschichten der Menschen wiederum machen die historischen Zeitläufe lebendig und schreiben sie fort. Genau davon will der Geschichtsboden erzählen.  

Der Neue Geschichtsboden ist auch – aber nicht nur – ein Archiv.
Der Neue Geschichtsboden ist auch – aber nicht nur – ein Museum.
Der Neue Geschichtsboden ist auch – aber nicht nur – eine Bibliothek.

Der Neue Geschichtsboden ist ein offener Ort, an dem kulturelle Identität geschaffen und erfahren werden kann.