Nicht weniger als rund 1.800 Jahre sind es, die der Neue Geschichtsboden in seiner Sammlung abbildet. Jedes einzelne Objekt – so bedeutend oder unbedeutend es auch sein mag – gibt Zeugnis vom Leben der Menschen in seiner Zeit. 

Einige wenige, herausragende Stücke davon bilden unsere ‚Schlaglichter‘, die wir als Einstieg in die Tiefe der Forschung, der Geschichte und der Geschichten, die den neuen Geschichtsboden auszeichnet, präsentieren. Diese Ausstellungsstücke stehen stellvertretend für viele weitere und erzählen, welche Rolle sie in der wechselhaften Geschichte der Region spielten.

Nicht ohne Stolz zeigen wir Ihnen:

Zwei Kirchenglocken, die den großen Brand von 1811 gerade so überlebt haben, um jetzt von dieser Tragödie zu künden, die das Dorf damals heimgesucht hat.

Teile der von Hans Schneider geborgenen Hypokaustenheizung der römischen villa rustica in Niedererlbach, die 1992 vom Luftbildarchäologen Klaus Leidorf entdeckt wurde. Dabei handelt es sich um eine aus Ziegeln gebaute Fußbodenheizung – der allerletzte Schrei in Sachen Schöner Wohnen zu ihrer Zeit. 

Ein versehrtes, nichtsdestotrotz wunderschönes Relief der Heiligen Barbara, die Hans Schneider beim Abbruch eines Stadels auf dem Schäfferkaspar-Anwesen im Hartbeckerforst retten konnte.

Das Meisterstück des 1833 geborenen Bucher Zimmerers Mathias Huber, das Modell eines Dachstuhls von 1860. Es hat die Zeiten überdauert und ist ein rares Beispiel großer Handwerkskunst des 19. Jahrhunderts.

In unseren Schlaglichtern würdigen wir mit zwei großen Stationen zwei Persönlichkeiten und ihren Beitrag zur lokalen Geschichte:

Erste Fotografin vor Ort:
Fritzi Stauf, spätere Rauch (1911-1973)

Als Hans Stauf sein Fotostudio nach dem Zweiten Weltkrieg aufbaut, gibt es den Beruf des Fotografen bereits seit rund einem Jahrhundert – und er verändert sich mit dem rasanten Fortschritt der Fototechnik permanent. Während man Anfang des Jahrhunderts noch mit Tageslicht im Atelier Portraits aufnahm, ist zu Zeiten des Fotostudios Stauf – das erste seiner Art in Buch – der Einsatz von Kunstlicht üblich.

Staufs Ehefrau Fritzi führt das Studio nach seinem Tod selbständig weiter. Sie entwickelt und vergrößert ihre Aufnahmen noch persönlich. Außerdem wird so manches Portrait von Hand koloriert oder retuschiert, um das Motiv nachträglich ein wenig aufzuhübschen – eine sehr aufwändige Arbeit in den Zeiten vor Photoshop. Seit den 1990er Jahren wird dagegen überwiegend digital fotografiert und das Bild anschließend am Computer nachbearbeitet. 

Fritzi Stauf fotografiert alles: Hochzeiten, Feste und Menschen, aber auch Architektur und Landschaft. Der Neue Geschichtsboden bewahrt ihren gesamten Nachlass – eine Schatzkammer! 

Wandercineast
Matthäus Zehntner (1916-2000) 

Zehntner ist eine schillernde Persönlichkeit, dessen Leben ausreichend Stoff für gleich mehrere abgeben würde. Sein vollständiger Nachlass aus der Zeit als Wandercineast ist ein ganz besonderer Schatz im Geschichtsboden. 

In der Nachkriegszeit gibt es zwar schon Kinos – allerdings nicht auf dem Land. Und Fernsehgeräte in den Stuben sind auch längst noch nicht derart präsent, wie sie es heute sind. Als im März 1949 Matthias Zehntner ein ‚Lichtspielunternehmen‘ in der Gemeinde Buch als Gewerbe anmeldet, ist die Freude entsprechend groß: das erste Wanderkino in der Region!

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