Im Jahr 759 beginnt alles:

‚Ich Chunipert von Pohe habe mir Gedanken gemacht über mein Seelenheil und bin zu dem Entschluss gekommen, die Kirche St. Pezer in Poch, dazu acht grundbare Bauern aus dem, was ich von meinem Vater Cartar erhalten habe, dem Bischof Josef von Freising zu schenken . ..‘

Diese Urkunde ist gleichzeitig die erste Erwähnung von Buch am Erlbach. Ihr Stammwappen – ein gespaltener Schild mit zwei langstieligen Buchenblätter in Gold und Blau – wird später zur Grundlage des Wappens der Gemeinde Buch am Erlbach. Chunipert von Pohe behält lediglich das Schloß, das er seinem Engel Liupa überschreibt, was Herzog Tassilo III von Bayern bestätigt.

Chuniperts Nachfahren, die adeligen Pucher, sitzen über Jahrhunderte auf ihrem Stammschloß in Buch, stiften an Klöster und gelangen in Mitteleuropa in wichtige Positionen. Doch ’sic transit gloria mundi‘, der Ruhm der Welt vergeht: 1722 stirbt dieses weit verzweigte und einflussreiche Geschlecht aus. Auch ihr Stammhaus, das Bucher Schloß, verfällt.

Heute erinnern über ganz Bayern verstreute Grabmale, Monumente und unzählige Dokumente an dieses einst glanzvolle Adelshaus. All diese Dokumente hat Hans Schneider im Wissensspeicher zusammengetragen und erzählt dort die wechselvolle Geschichte dieser Familie.

Die Adeligen von Puech
Die Adeligen Puecher von Puech haben in rund funfzig Orten in Bayern und Osterreich ihre Besitzungen und Lehen. Bis zum Aussterben des mannlichen Geschlechtes gestalten sie von Buch aus die Gesellschaft ihrer Zeit in verschiedenen wichtigen Stellungen mit: als Siegler, Zeuge, Pfleger, Probst, Rentmeister, Kammerer, Richter, Domherr, Domdechant, Feldherr, Generalfeldmarschall, Leutnant, Kriegsrat, Stadthalter, Gesandter beim Reichstag, Kaiser und Fürst.

Seit dem 11. Jahrhundert sind die adeligen Puecher in Buch am Erlbach nachweisbar. 1553 umfasst der Sitz den Sedlhof sowie drei Solden (der Hof und Grund eines Kleinbauern). Das zugehörige Schloss, das 1578 von einem Weiher umgeben ist, kommt während des Dreisigjahrigen Krieges (1618 – 48) sehr herunter und wird von keinem Adeligen mehr bewohnt. Stattdessen wird es als 1/16 Hof an einen Wagner verliehen. Im 19. Jahrhundert wird das ‚Schlössl‘ abgerissen. Ein Rest seiner mächtigen Mauer ist nun Teil der Grundmauer des Angerwagner-Hofes.

Die Adeligen von Niedererlbach
Ein weiterer Edelsitz ist Niedererlbach. 1350 bis 1580 ist er ebenfalls im Besitz der adeligen Puecher, dann geht er in den Besitz anderer Adelsgeschlechter über. 1694 gehören zum Sitz Niedererlbach 3 ganze Höfe, 2 Hueben (halbe Höfe), 1 Lehen (Viertel-Hof), 6 Bausölden (Sechzehntel-Höfe) und 5 Häusl.

Pucher Ortsadel
Der Pucher Ortsadel verbürgert sich mit Landshut. So ist Alexander Mornauer, Landshuter Stadtschreiber von 1464 bis 1488, der Sohn einer Puecherin, Anna Pucher aus Buch am Erlbach, die seinen Vater Paulus, ebenfalls Stadtschreiber,
geheiratet hat.

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