‚Mich interessiert immer das Leben‘ sagt Hans Schneider. Dieses brennende Interesse ist auch die Motivation hinter seinen ‚Hofgeschichten‘: Der passionierte Heimatforscher beginnt um 1980 damit, die Geschichte der Familien und ländlichen Anwesen seiner Heimatgemeinde zu erkunden. Das Ergebnis seiner Mühen, eine umfassende historische Darstellung, ist einmalig in der Regionalforschung.

Akribisch und empathisch, detailliert und immer mit dem Menschen im Fokus trägt er zusammen, was seine Heimat ausmacht: die Orte mit ihrer Architektur, die Menschen, die dort leben, und die sie umgebende Landschaft. Und natürlich das, was diese Elemente miteinander verbindet und mehr ist als die Summe der einzelnen Teile: das Leben selbst. Seine Portraits erstellt er nach vier Leitthemen: Familie – Architektur/Gebäude – Wirtschaftliches – Besonderheiten.

Über Jahrzehnte entsteht so ein schillerndes Panoptikum historischer Forschung und gelebten Lebens, das sich aus Schicksalen und Anekdoten zusammensetzt, Wissenswertes mit Skurrilem verbindet und Vergangenheit mit Gegenwart und Zukunft verwebt.

Stellen Sie sich die Fülle der zusammengetragenen Erzählungen, die das wahre Leben schreibt, wie ein gewaltiges Buffet vor, das für jeden Geschmack etwas bietet. Einige kleine ‚Häppchen‘ aus diesen Hofgeschichten wollen wir Ihnen hier verraten.

Wer weiß schon, dass ein Bauer über viele Jahrhunderte hinweg den Hof, den er bewirtschaftete, nie selbst besessen hat? So war etwa das Stift Frauenchiemsee 1021 Jahre lang Lehnsherr für viele Bauern in der Region. 

Noch ein Schmankerl: Der Weiler Westendorf besteht bis heute aus vier Höfen. Seinerzeit stellt er so ein erstaunliches klösterliches Gipfeltreffen in der niederbayerischen Hügellandschaft dar: Einer der Höfe gehört Frauenchiemsee, einer dem Kloster Tegernsee, der dritte dem Kloster Obermünster in Regenburg und der vierte St. Kastulus und Martin in Moosburg – beziehungsweise später in Landshut, nachdem 1586 die Reliquien des Kastulus dorthin überführt werden. 

Unzählige Leckerbissen dieser Art finden sich in den mehr als 1200 Hofgeschichten von Hans Schneider. Wie dieser hier: Wer als Bauer auf dem Tristlhof sitzt, ist über Jahrhunderte hinweg zudem der herzogliche Weiherhüter der Wittelsbacher. Den Tristlbauern gibt es immer noch. Die Weiher auch. Aber hütet er sie heute immer noch?

Noch ein Beispiel von überraschender Personalunion: Der Priester der Gemeinde Buch ist zugleich Bauer mit respektablen 100 Tagwerk Grund –  heute gut 34 Hektar.  Deshalb kommt es immer wieder vor, dass die Morgenmesse bereits um fünf Uhr früh gelesen wird, weil er danach zum Rossmarkt nach Landshut muss. 

So lassen die Hofgeschichten Hans Schneiders die Geschichte der Heimat lebendig werden. Tauchen Sie am Neuen Geschichtsboden ein in den unermesslichen Schatz der Hofgeschichten, die Hans Schneider zusammengetragen hat!